Geschichte

Am 12.08.1954 fanden sich im damaligen VEB Peniger Maschinenfabrik 23 Personen zur Gründungsversammlung der „Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft″ Penig zusammen. In schwieriger Zeit wurde eine Initiative ergriffen, die bereits im Jahre 1919 in der Stadt Penig mit der Gründung der „Gemeinnützigen Baugenossenschaft zu Penig e.G.m.b.H.“ ihren Anfang genommen hatte.

Der im 3-Schicht-System als Revolverdreher in der ehemaligen Lagerfabrik tätige 26-jährige Franz Ambroß wurde als 1. Vorsitzender mit der Leitung der neuen Genossenschaft beauftragt.

Unter schwierigsten Bedingungen sollten zunächst 8 Wohneinheiten in Form von 2 x 4 Reihenhäusern errichtet werden. Mit Hacke, Schaufel, Feldbahnschienen und Loren ging man ab 02. Mai 1955 daran, dieses Vorhaben zu verwirklichen.

Am 04.12.1955 wurden die ersten 4 Reihenhäuser in der Johann-Sebastian-Bach-Straße und bis Jahresende 1955 weitere 4 Wohneinheiten an die überglücklichen AWG-Mitglieder übergeben.

Trägerbetrieb war von Anfang an der damalige VEB Peniger Maschinenfabrik, später Getriebewerk Penig. Weitere Betriebe, wie der VEB Papierfabriken Penig, Kraftverkehr, Sandwerke und weitere 35 Betriebe und Einrichtungen schlossen sich der AWG an.

Es war ein schwerer Beginn. Nichts, aber auch gar nichts war vorhanden. Die Mitglieder mussten für die ersten Wohnungen je 1.250 Arbeitsstunden leisten und 2.500,– Mark Anteile zahlen. Fast jedem fiel es schwer, die finanzielle Unternehmensbeteiligung zu erbringen. Neben der beruflichen Tätigkeit ging es täglich bis spät in die Nacht auf die Baustelle, ohne ausreichende Erfahrung, Kenntnisse oder Technik.

So mussten Fehler, wie z. B. die falsche (zu tiefe) Vermessung der Baugrube des ersten Wohnblocks und die daraus resultierende zu tiefe Ausschachtung überwunden werden. Mit Enthusiasmus und enormen Eigenleistungen wurden die Anfangsschwierigkeiten überwunden und in steter Arbeit vieles geschaffen, was heute das Peniger Stadtbild prägt.

Am 01.01.1989 wurde die damalige GWG nach fast 70-jähriger Selbständigkeit mit 34 Wohneinheiten übernommen. Bis Ende 1990 wurden insgesamt 1.102 Wohneinheiten geschaffen.

Im Jahr 1995 erfolgten der Neubau von 2 Wohnobjekten am Tauschaer Weg mit 15 Wohneinheiten sowie der Bau von 6 Eigentumswohnungen in der Beethovenstraße.Meischnerstr. 25-27
Ab 1996 bestimmten umfangreiche Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an den „in die Jahre“ gekommenen Wohnobjekten die Bautätigkeit. So wurden die Umstellung auf umweltfreundliche Gasheizsysteme vollzogen, die Wohnverhältnisse der Mitglieder durch Innensanierungen (Elektrik, Fenster, Sanitäranlagen) verbessert sowie beträchtliche Mittel in  die Fassadensanierung, Wohnumweltverbesserung sowie den Ausbau von Straßen und Wegen investiert.

Derzeit erfolgt die Einbeziehung der Wohnviertel in die Peniger Stadtentwicklungskonzeption, um eine Weiterentwicklung und Aufwertung im Rahmen des Stadtumbauprogramms Ost zu gewährleisten und bedarfsgerechten Wohnraum zu effektiven Preisen anzubieten.